Brigitte Biermann, geboren 1969
Lebenslauf
| seit 2008 |
Geschäftsführerin der triple innova GmbH in Wuppertal und Lehrbeauftragte im Interdisziplinären Fernstudium Umweltwissenschaften |
| 2006 |
Promotion zur Doktorin der Philosophie mit einer politikwissenschaftlichen Dissertation zu Nachhaltigkeit an der FernUniversität in Hagen |
| 2005-2008 |
Koordinatorin des Interdisziplinären Masterstudiengangs Umweltwissenschaften der FernUniversität in Hagen |
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Wissenschaftliche Mitarbeiterin im Projekt ProWaDi „Umweltwirtschaft und Dienstleistungsexport" in der Wasserwirtschaft im BMBF-Programm „Exportfähigkeit und Internationalisierung von Dienstleistungen" |
| 2000-2005 |
Wissenschaftliche Mitarbeiterin im Interdisziplinären Masterstudiengang Umweltwissenschaften |
| 1998-2002 |
Lehrbeauftragte an der Evangelischen Fachhochschule in Bochum |
| 1997-2000 |
Projektmanagerin für Wissenschaftliche Weiterbildung in der Planungsabteilung der Verwaltung der FernUniversität in Hagen |
| 1996 |
Wissenschaftliche Mitarbeiterin im Rhein-Ruhr-Institut für Sozialforschung und Politikberatung an der Universität Duisburg |
Mitgliedschaften
| seit 2007 |
Mitglied des „Runden Tisches“ 2007 der UN-Dekade 2005-2014
„Bildung für Nachhaltige Entwicklung“ (www.bne-portal.de) |
| seit 2005 |
Mitglied der Deutschen Vereinigung für Politikwissenschaft |
| seit 1995 |
Mitglied der AG Frauen des Forum Umwelt und Entwicklung |
Studium
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Fächer: Politikwissenschaft, Philosophie und Recht |
| 1995 |
Abschluss „Diplom-Sozialwissenschaftlerin“ |
| 1990-1995 |
Stipendium der Friedrich-Ebert-Stiftung |
| 1991-1995 |
Gerhard-Mercator-Universität Duisburg |
| 1992 |
Rijksuniversiteit Groningen (Niederlande) |
| 1990-1991 |
Università degli Studi di Padova (Italien) |
| 1988-1990 |
Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn |
Nachhaltige Ernährung
Netzwerk-Politik auf dem Weg zu nachhaltiger Gemeinschaftsverpflegung.
Hochschulschriften zur Nachhaltigkeit. Band 33. München: oekom Verlag.

Inhalt
Am Beispiel Ernährung wird untersucht, wie die Städte Wien, Ferrara und Bremen in ca. 10jährigen Prozessen Nachhaltigkeitsprojekte verwirklichen. Lokal verantwortete Gemeinschaftsverpflegung (in Kindergärten, Schulen, Krankenhäusern und Altersheimen) wird auf biologisch bzw. regional erzeugte Lebensmittel umgestellt.
Das Erkenntnisinteresse der Arbeit liegt bei den Widersprüchen und Konflikten von Nachhaltigkeit, also in der Unterscheidung, welche Ziele aus dem Nachhaltigkeitskonzept verwirklicht und welche anderen dadurch ausgeschlossen werden.
Was zeichnet die Arbeit aus?
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Der Nachhaltigkeitsansatz: Nachhaltigkeit wird breit und komplex definiert (inkl. Gender und Transdisziplinarität);
sie wird nicht reduziert, aber neu in eine prozedurale und eine materielle Dimension strukturiert.
Für beide Dimensionen werden analytische und normative Ausprägungen spezifiziert.
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Die Forschungsmethode: Es wird eine Methode zur Untersuchung von nachhaltiger Entwicklung entwickelt,
die Netzwerke in den Vordergrund stellt und auf Policy- und Innovationstheorien aufbaut.
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Die Fallstudien: Die empirische Prüfung und Weiterentwicklung von Nachhaltigkeitsansatz und Forschungsmethode geschieht in drei Fallstudien.
Sie werden doppelt analysiert: Erstens durch eine strukturierte Rekonstruktion der Prozesse,
zweitens indem eine normative Folie von Nachhaltigkeit aufgelegt wird.
Die Ergebnisse:
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Nicht nur die eingesetzten Lebensmittel werden verbessert,sondern insbesondere Information und Bildung in Sachen Ernährung ausgebaut. Bildungs- und Sozialmaßnahmen erweisen sich als notwendig zur Erreichung ökonomischer und ökologischer Ziele. Die materiellen Ergebnisse (veränderte Zutaten, verbesserte Logistik, neue Menus, Bildungsangebote) werden kontinuierlich erweitert und in weitere Kontexte übertragen. Es werden nur Teilziele erreicht: Die eingesetzte Nahrung ist vorwiegend regional oderbiologisch produziert; Gerechtigkeitsaspekte werden nur punktuell bearbeitet; die lokalen Projektschwerpunkte werden stark von überörtlichen Programmen beeinflusst.
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Bestehende politische Programme werden strategisch für den Nahrungsbereich genutzt. Top-down und bottom-up-Prozesse sind ebenso ineinander verwoben wie die EntwicklerInnen in der Produktion und in den Küchen und die öffentliche Politik. Nahrungsnetzwerke bilden einen exklusiven Raum zur wechselseitigen Anpassung der am Projekt beteiligten Kontexte. Zwischenzeitlich, bei zielführenden Entscheidungen bezüglich der zu realisierenden nachhaltigen Nahrung, werden politische FunktionsträgerInnen aus den Netzwerken ausgeschlossen.
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Es sind Wechselbeziehungen zwischen Akteuren und Materiellem nachweisbar. Die konkreten Projektleistungen sind nicht nur aus den Rahmenbedingungen und den Akteurkonstellationen der Projekte, sondern insbesondere aus dem Prozess der Verwendung bestimmter Lebensmittel und aus dem sozial eingebetteten Umgang mit diesen Produkten und Prozessen zu erklären.
Klappentext
Regional oder biologisch produzierte Lebensmittel füllen die Teller in Kindergärten, Krankenhäusern und anderen Einrichtungen der Gemeinschaftsverpflegung in Bremen, Ferrara und Wien.
Brigitte Biermann untersuchte den Umstellungsprozess auf eine „nachhaltige Ernährung“ und zeigt, wie die Konflikte zwischen den ökologischen, ökonomischen und sozialen Nachhaltigkeitszielen und den praktischen Möglichkeiten vor Ort gelöst wurden: Zum einen waren Bildungsangebote notwendig – neues Know-how für Lebensmittelproduzentinnen, Küchenpersonal und Konsumenten. Zum anderen beruhte der Erfolg der Projekte auf Netzwerken, in denen sich auch Politikerinnen, Wissenschaftler, Bürgerinnen und Verwaltungspersonal engagierten. Die untersuchten Städte unterstützten die Umstellung politisch, weil es gelang, auch Stadtparlamente und Bürgermeister davon zu überzeugen, dass ökologische Menüs zu Wirtschaftsförderung, Gesundheit und Klimaschutz beitragen. Nachhaltigkeit entsteht im Ergebnis dadurch, dass Anforderungen aus Produktion, Konsum und Politik schrittweise kombiniert werden.
Interview zum Buch: Bioschmäh und Ökostrudel. In: Robin Wood, Nr. 97/2.08, S. 42-43.
Veröffentlichungen (Auswahl)
| 2008 |
Umwelt und Nachhaltigkeit im Licht der Governanceforschung. Unvollständige Lösungen im Prozess.
In: „Politikwissenschaftliche Perspektiven“, hg. von Stephan Bröchler und Hans-Joachim Lauth,
Verlag für Sozialwissenschaften VS, Wiesbaden 21-45 |
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| 2007 |
Nachhaltige Ernährung. Netzwerk-Politik auf dem Weg zu nachhaltiger Gemeinschaftsverpflegung, oekom, München |
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Neue Governance-Formen für Nachhaltigkeit. Die Analyse von Governance-Strukturen anhand von Innovationsnetzwerk-Konzepten. In: „Technology Assessment in der Weltgesellschaft“, hg. von Alfons Bora, Stephan Bröchler, Michael Decker, Band 10 der Schriftenreihe „Gesellschaft – Technik – Umwelt. Neue Folge“, edition sigma, Berlin, 241-250 |
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Umwelt im “Handbuch Governance”, hg. von Arthur Benz, Susanne Lütz, Uwe Schimank, Georg Simonis, Verlag für Sozialwissenschaften VS, Wiesbaden, 424-436 |
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Nachhaltige Ernährung: Konflikte und Lösungsansätze. In: Internationaler Arbeitskreis für Kulturforschung des Essens (IAKE), Dr. Rainer Wild-Stiftung Stiftung für gesunde Ernährung (Hrsg.): Mitteilungen, Heft 15, Dezember 2007.
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| 2006 |
Sustainable Community Cooking. Experiences from the interface between production and consumption of sustainable food. Konferenz “Sustainable Consumption and Production: Opportunities and Challenges”, November 23-25 2006, Wuppertal, Germany. Sustainable Consumption Research Exchange (SCORE!) Network, S. 187-200. |
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| 2005 |
Recipies for sustainability? Local politics and networks for sustainable food, in Giorgio Osti und Luigi Pellizzoni (Hg.): Local Institution Building for the Environment: Perspectives from East and West. International Conference, Gorizia, September 9-10 2004, Proceedings (CD-ROM) |
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Experiences with Risks from BSE and Nutrition Habits from Community Cooking in Local Communities. Internationaler Workshop in Bielefeld, January 27-28 2005: Interfaces between Risk Regulation and Culture: Exploring National Variation in Waste Management, Food Safety Regulation and Biotechnology. |
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| 2004 |
Nachhaltigkeit als Innovation? Beiträge sozialwissenschaftlicher Technikforschung zur Analyse nachhaltiger Entwicklung. Im Rahmen der Tagung "Interdisziplinäre Technikforschung
und nachhaltige Technologiepolitik" am 24./25. Sept. 2004 veranstaltet durch die Technische Universität Darmstadt und das Zentrum für Interdisziplinäre Technikforschung
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| 1997 |
Gleiche Rechte für Frauen? Die Rechtsprechung des Bundesverfassungsgerichts zum Art.2 Abs.3 Grundgesetz: ´Männer und Frauen sind gleichberechtigt´, dargestellt an ausgewählten Entscheidungen 1992 - 1993. Duisburger Materialien zur Politik- und Verwaltungswissenschaft 2/1996 |
Kurse im Interdisziplinären Fernstudium Umweltwissenschaften (schriftliches Studienmaterial)
| 2006 |
Klimafolgenforschung (Hg. mit J. Kuhn) |
| 2005 |
"HagenHausen und die Umweltpolitologie", in Einführung in die Umweltwissenschaften - Modellregion HagenHausen, S.25-50 (gemeinsam mit G. Simonis, Neuauflage) |
| 2004 |
Umweltrisiken. Interdisziplinärer Reader (Hg. mit B. Kowall und R. Kümmel) |
| 2003 |
Reader Internationale Umweltpolitik (Hg.) |
| 2002 |
Technikfolgenabschätzung (Hg., Autoren B. Ludwig und G. Simonis) |
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Grundlagen der Umweltpolitik 4: Reader zu aktuellen politischen Fragen. Das Beispiel Landwirtschaft und Ernährung (Hg.) |
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Risiko und Risikokommunikation. Ein sozialwissenschaftlicher Reader (Hg. mit B. Kowall) |
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Interdisziplinärer Reader zu Mobilität (Einführung u. Hg., mit B. Kowall und H. Petersen) |
| 2001 |
Grundlagen der Umweltpolitik 3: Policy-Analyse am Beispiel der Umweltverträglichkeitsprüfung |
| 2000 |
Grundlagen der Umweltpolitik 1 und 2 (Hg., Autoren M. Jänicke, H. Weidner, L. Mez) |
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